• Gemeindehalle Frankenbach
  • Heinrich-von-Pfeiffer Haus

Der Interessenkreis Heimatgeschichte Frankenbach

Der Interessenkreis Heimatgeschichte Frankenbach wurde 2006 von geschichtlich interessierten Bürgern gegründet und befasst sich mit der Frankenbacher Historie.

Jeder Interessierte, der sich einbringen möchte, kann projektbezogen Mitwirken.
Unser Angebot sind Gesprächsabende zur Information, zum Wissensaustausch, Gestaltung von Projekten und Gesprächen.

Wir führen ein Archiv, auch online: www.Geschichte-Frankenbach.de. Sammeln da Schriften, Karten, Berichte etc., eigentlich alles was bisher über Frankenbach publiziert wurde. Wir versuchen so alles was bisher bekannt ist auf einer Stelle zusammenzuführen.

Erforschung und Dokumentation der Biografie einzelner Personen von öffentlichem Interesse.
Des Weiteren befassen wir uns mit einzelnen Sparten wie Vereine, Handwerk und Handel, Industrie, Kirche, Landwirtschaft, Neubürger, Gebäude, Kleindenkmale etc.
Frankenbach war ein Heilbronner Dorf, daher erforschen wir auch den Kontext Heilbronn, die Zusammenhänge nach Bad Wimpfen, den Hipfelhof, und weitere Hintergründe der Geschichte die hier auch wichtig sind.

Erzählungen und Berichte älterer Mitbürger (Zeitzeugen) sind ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Geschichten und Anekdoten, Heiteres und Ernstes, Wichtiges und Nebensächliches aus früheren Zeiten sind wichtig für die nachfolgenden Generationen. 
Schilderungen des Alltags, der Arbeitswelt, der sozialen Verhältnisse, der Schule und des Kindergartens, der Feste, Fest und Feiertage und des Vereinslebens in Frankenbach sind wichtig und wertvoll und werden von uns dokumentiert. So vieles geht sonst verloren was wichtig ist von Frankenbach.

Wir möchten es bewahren

Die Mitarbeitergruppe besteht aus einem festen Kern. Dazu kann sich jede Person die Interesse hat ebenfalls einbringen. Sei es mit einzelnen Beiträgen oder als Beteiligung an einem Projekt oder nur zum Gedankenaustausch.

 

Ebenso finden sie uns bei:

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Neues vom Interessenkreis

Am Sonntag, den 12. Juli 2015 findet ein Konzert des Mandolinen- Orchesters Neckarsulm in der Methodisten Kirche in Frankenbach in Kooperation mit dem Interessenkreis Heimatgeschichte statt.
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Von der Ortsmitte den Weg am Rotbach, Richtung Hipfelhof nehmend,  früher Alter Mühlweg, kommt man an der Ortsbezeichnung „ Alte Mühle“ vorbei. Ein Hinweis dass hier ebenfalls eine Mühle betrieben wurde.Näheres ist allerdings nicht überliefert.

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Unsere letzten Veranstaltungen

Mandolinenkonzert Frankenbach, 12.07.2015

Ein seltenes Zupfinstrument machte in Frankenbach seine Aufwartung. Die Mandoline erlebte ihre Hochzeit einst im Raum Neapel.

Durch die Wandervogelbewegung wurde sie in Deutschland ein beliebtes, weitverbreitetes Instrument. Viele Mandolinenorchester  gründeten sich damals. Handlich und ein gutes Begleitinstrument eignete sie sich ideal für unterwegs. manches Instrument ist noch in Familienbesitz.

 

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Handwerk und Gewerbe vor 60 Jahren

Mit Handwerk und Gewerbe vor etwa 60 Jahren befasste sich der Vortrag des Interessenkreises Heimatgeschichte Frankenbach am Dienstag, 16.06.2015 im Frankenbacher Bürgeramt.

Heinz Ruppert bot den Besuchern einen virtuellen Rundgang durch Frankenbach mit seinen Handwerks- und Gewerbebetrieben um die Zeit 1955.

In dieser Zeit erlebten die Unternehmen bereits eine gute Phase. 

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Über Frankenbach

Schon früh siedelten Menschen auf der Frankenbacher Markung, dies lässt sich durch den Fund einer steinzeitlichen Siedlung beweisen. Aus der Bronzezeit fand sich ein Gehöft, aus der Eisenzeit zwei Wohnstätten. Ebenso hinterließen die Kelten Spuren ihrer Siedlung und in der Zeit der Römer befand sich ein Gutshof von ihnen auf Frankenbacher Gebiet.
Unsere germanischen Vorfahren hinterließen dann Spuren die sich schon im heutigen Ortskern befinden.

Die Franken, welche die Alemannen um 500 aus der Region vertrieben gaben dem Ort den Namen.

Schriftlich wird der Ort Frankenbach erstmals urkundlich wegen einer Schenkung an das Kloster Lorsch im Jahr 766 als villa Francunbach erwähnt. 807 wird der Ort, der sich im Gartachgau befindet, nochmals schriftlich in einer Schenkung des Widegowo genannt.

Im Mittelalter wechselte öfters das Eigentum den Besitzer. Dazu gehörten der Deutsche Orden, das Klarakloster, das Katharinenspital, die Pfarrpflege in Heilbronn, das Heiliggeistspital und auch das Dominikanerkloster in Wimpfen.
Ebenso wie die Herren von Gemmingen und die Herren von Remchingen.
Diese verkauften auch im Jahre 1438 ihre Rechte und Besitzeigentümer in Frankenbach an die „Freie Stadt Heilbronn“.
Mit Ausnahme von Pfarrer, Lehrer und wenigen kurpfälzischen Untertanen waren die Bewohner jetzt Leibeigene der Stadt Heilbronn, zu welcher Frankenbach bis 1803 gehörte.

Die lebhafte Geschichte seit der ersten schriftlichen Erwähnung bis zum heutigen Tage hat viele Spuren hinterlassen.
Friedliche Jahre sowie zahlreiche Kriege kamen und gingen in den Jahrhunderten in diesen Jahrhunderten und prägten das Schicksal der Gemeinde.

Das Dorf brannte während einer Fehde 1439, die zwischen der Stadt Heilbronn und Eberhardt von Benningen bestand und wurde im Oktober 1550 von spanischen Soldaten überfallen.
Doch der Dreißigjährige Krieg übertraf das Bisherige. Nach der Schlacht bei Wimpfen, 7. Mai 1622 und am 25. November des gleichen Jahres wurde Frankenbach von den Soldaten des Feldherrn Tilly geplündert und gebrandschatzt.

Als die kaiserlichen Truppen sich nach ihrer siegreichen Schlacht bei Nördlingen 1634 nach Heilbronn und die umliegenden Umgebung zurückzogen, plünderten sie dabei die umliegenden Ortschaften.
Am 17. August 1675 steckten die Franzosen Frankenbach in Brand wobei 24 Häuser sowie das Schulhaus, 29 Scheunen und 21 Stallungen den Flammen zum Opfer fielen.
Im pfälzisch-orleanschen Krieg (1688 – 1697) wurde Frankenbach 1693 erneut von französischen Soldaten geplündert, welche auch die Kirchenglocken raubten.
Die Wirren der französischen Revolution und die Napoleonischen Kriege gingen nicht spurlos an dem Ort vorbei, brachten Frankenbach aber auch eine Änderung in der Geschichte. Heilbronn verlor aufgrund des Reichsdeputationshauptschluss von 1803 aufgrund den Status als Reichsstadt, so dass der Ort an das Königreich Württemberg kam. Die Dorfbewohner erhielten so die gleichen Rechte wie die Einwohner der Stadt Heilbronn und das Dorf mit dem Hipfelhof als seine Teilgemeinde und seinem eigenen Schultheißen wurde eine der 17 Kommunen, die dem Oberamt Heilbronn zugeordnet waren.

Die Zeiten besserten sich wieder für die Frankenbacher Ende des 19. Jahrhunderts. Neben der dominierenden Landwirschaft bildeten die Sand- und Kiesgruben weitere Beschäftigungsmöglichkeiten.
Ebenso arbeitete die Bevölkerung in den Industriegebieten, die in Heilbronn und Neckargartach entstanden waren.
Die Bevölkerungszahlen stiegen auf etwa 1700 Einwohner im Jahr 1901. 2270 Einwohner wurden 1939 gezählt und Ende 1945 waren es 2459.
Der Ort wurde durch die beiden Weltkriege in der Entwicklung unterbrochen konnte aber besonders durch die Erschließung von großen Neubaugebieten in den 1960er und 1970er Jahren, u.a. des Wohngebiet Maihalde dies wettmachen.
Aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahlen wurde 1964 ein Schulzentrum mit Grund- und Hauptschule und einem Lehrschwimmbecken eingeweiht.

Am 1. April 1974 wurde aufgrund der Verwaltungsreform des Landes Baden-Württemberg die bis dahin selbstständige Gemeinde Frankenbach, obwohl die meisten Bürger damit nicht einverstanden waren, von der Stadt Heilbronn eingemeindet und besteht seitdem als Stadtteil Heilbronn-Frankenbach.

 

 

Schon gewusst?

Die Gastwirtschaft „Stern“

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  • Frankenbach (Heilbronn)

Gottlieb Schneider, 1879 im Häfnerhaslach geboren, heiratete 1906 die 1879 in Frankenbach geborene Wilhelmine Karoline Knobloch.

Nach mehrmaligem Wohnungswechsel übernahmen sie 1914 pachtweise die Gaststätte „Stern“ mit Biergarten. Verpächter war die Brauerei Cluss in Heilbronn.

Wilhelmine Schneider hatte die Hauptlast des Gastbetriebes zu tragen. Gottlieb Schneider war durch einen Betriebsunfall sehr behindert, ging aber täglich bei der Firma Knorr seiner Arbeit nach.

Im Jahr 1920 kaufte Wilhelmine Schneider von den Eheleuten Marie und Karl Ungerer aus Böckingen, der Bierbrauer von Beruf war, die Gastwirtschaft „Stern“ mitsamt Biergarten.

Als Eigentümerin hatte sie nun die Möglichkeit, den „Stern“ nach ihren Vorstellungen umzugestalten. Dies ist auch, der Zeit entsprechend, geschehen.

Der „Stern“ wurde dadurch eine beliebte Gastwirtschaft, was zur Folge hatte, dass er das Vereinslokal des damaligen Arbeitersportverein (ASV), wurde.
Der Ziegenverein hielt ebenfalls seine Versammlungen im „Stern“ ab und auch die Schachfreunde fühlten sich darin wohl.
Begünstigte wurde das Ganze dadurch, weil die drei Söhne der Familie hervorragende Turner beim ASV waren. Dadurch war es eine fast logische Entscheidung der Turner, den Zusammenhalt durch diese Besuche zu festigen.
Dem Ziegenverein kam entgegen, dass sich der Biergarten sehr gut für die Bockfeste eignete und sich direkt anbot.

Auch bei Turnfesten war der Biergarten, neben der Turnhalle der TG Frankenbach gelegen, ein Segen für die Veranstalter. Damals gab es noch keine Hähnchen oder Steaks, sondern nur eine heiße rote Wurst aus dem Kessel mit Brot und Senf, womit alle zufrieden waren. So florierte der Wirtschaftsbetrieb über viele Jahre. Doch dann kam überraschend die Wende.

Im Frühjahr 1934 wurde der ASV verboten, aufgelöst und sein Vermögen beschlagnahmt. Das bedeutete dass sich die damaligen Mitglieder des ASV anderen Vereinen und Sparten anschließen mussten und sich ihre einst gemeinsamen Interessen teilten. Sie brauchten kein Vereinsheim mehr, was für die Inhaber des „Stern“ einen enormen Gästeschwund nach sich zog.

Durch diese politische Entscheidung war der Stern einfach nicht mehr gefragt, obwohl sich die ganze Familie tolerant zeigte. Die Inhaber des „Stern“  hatten eine lange Leidenszeit zu überstehen.

Gottlieb Schneider verstarb im Jahre 1951, seine Frau Wilhelmine im Jahre 1959. Nach dem Tod von Gottlieb Schneider war seine Frau den Anforderungen alleine nicht mehr gewachsen. Ihre drei Söhne hatten alle eigene Familien und Berufe, denen sie verpflichtet waren.

So blieb die Tochter Ottilie, die in die Fußstapfen der Eltern treten musste. Ottilie heiratete 1949 Adolf Schneider, nicht verwandt oder verschwägert. Beide Übernahmen nach dem Tode der Mutter die Gastwirtschaft.
Nach umfangreichem Umbau und eigener Initiative erstrahlte der „Stern“ von Heilbronn kommend, mit seinem freigelegten Fachwerk in hellem Glanz und lud direkt zum  Einkehr ein.
Gleichzeitig wurden beim Umbau Fremdenzimmer geschaffen, die vor allem von den Monteuren des E-Werks genutzt wurden.

Der Biergarten musste einem Neubau weichen, so dass die Aufmerksamkeit nur noch der Gastwirtschaft galt.

Leider verstarb Adolf Schneider am 17. Januar 1987. Seither war Ottilie Schneider alleinige Inhaberin des „Sterns“. Sie brachte es fertig, eine alte, gewachsene Vertrautheit mit den alten und zum Teil auch neuen Frankenbachern und Sportlern aufrecht zu erhalten bzw. zu vertiefen.

So waren kleinere Festlichkeiten wie Geburtstage, Siegesfeiern der Sportler oder ein Umtrunk nach dem Training, die Tagesordnung. Selbst die Saumagen essen, von den Monteuren des E-Werks aus der Platz mitgebracht, waren eine willkommene Bereicherung.

Ansichtskarte Restauration Stern
Ansichtskarte Restauration Stern
Restauration Stern 18.10.1926
Restauration Stern 18.10.1926
Wirtschaft Stern
Gasthaus Stern
Gasthaus Stern ca. 1980
Gasthaus Stern ca. 1980

Konzessionen

  • 21.11.1899 Konzession Heinrich (Heiner) Gerlacher von Weinsberg, wohnhaft in Frankenbach
  • 23.05.1900 Gaststättenkonzession für Karl Ungerer
  • 29.03.1912 Gaststättenkonzession Gottlieb Schneider
  • 28.03.1914 Ausschank von Wein, Bier, Kaffee und nichtgeistigen Getränken in einem Hochparterre Zimmer, im Garten (13 ½ Ar) und der Kegelbahn im Haus
  • 19.02.1915 Erlaubnis auf Ausschank von Obstmost auszudehnen, für Gottlieb Schneider, auf ein Zimmer im 1. Stock auszudehnen.
  • 1914 und 1915 Betriebserlaubnis (Gottlieb Schneider)
  • 22.09.1950  Einstellung des Wirtschaftsbetriebes
  • 21.04.1951 Konzession wird Hedwig Eckert, geb. Schneider zugeteilt für den Schankraum im Erdgeschoß. Der im 1. Stock zugelassene Schankraum war nur für Gottlieb Schneider konzessioniert.
  • 26.06.1954 Antrag auf Konzession durch Frau Wilhelmine Schneider (75  Jahre). Übernommen hat sie am 03. Mai 1954 von ihrer Tochter Hedwig Ecker und deren Mann. (Pächter waren seit 1950 Eheleute Eckert.) Es bestehen Bedenken wegen des hohen Alters der Antragstellerin. Wird aber zugestimmt, da sie in der Wirtschaft aufgewachsen und dem Betrieb stets verbunden war. 
  • 1960 Instandsetzung am 05.05.1960 wurden drei Räume im Obergeschoß als Fremdenzimmer zugelassen.
  • 05.07.1960 Fertigdecke zwischen Ober- und Untergeschoss (Firma Enlse) Gaststätte durfte während der Kirchweih nicht geöffnet werden, da die Decke großen Belastungen nicht mehr Stand hielt. 
  • 28.07.1960 Fußboden erneuert, Schankraum durch Gipser und Maler, Dach erneuert / neue Fenster. Tür von Schankraum zur Küche wurde aus technischen Gründen versetzt.
  • 16.01.1961 Wirtschaftserlaubnis für Ottilie Schneider, geb. Schneider. Sie bekam das Lokal als Erbe. In diesem Zustand befand sich das Lokal bis zum Tode von Frau Schneider.
Ottilie Schneider 2008
Ottilie Schneider 2008

Quellenverzeichnis

Herr Friedrich Wieland

Stadtarchiv Heilbronn

Letzte Änderung: 10.11.2014